Lernen

Ohne Weiterbildung und Lernen keine Karriere! Das gilt für immer mehr Unternehmen. Sie legen Wert auf qualitativ hochwertige Weiterbildungsmaßnahmen und erwarten, dass ihre Mitarbeiter am Laufenden bleiben.

Entscheidend ist, dass wir uns persönlich weiterentwickeln, dass wir im Beruf flexibel bleiben können. Dies erreichen wir mit dem Lernen. Schnelles Denken, hohe Leistungsfähigkeit und laufende Weiterbildung sind besonders wichtige Faktoren geworden, um heute am Arbeitsmarkt bestehen zu können.

Im Erwachsenenalter nehmen sowohl die Reaktions-, Lern- und Problemlösungsgeschwindigkeit, als auch die Merkfähigkeit ab. Das Lernen wird häufig mit unangenehmen Gefühlen assoziiert.

Das ist bedauerlich. Denn gerade positive Gefühle sind für das Aufnehmen von Lerninhalten wichtig. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie Informationen aufbereitet sein sollen, sodass das Gehirn seine tatsächliche Leistungsfähigkeit zeigen kann. Damit wir nicht „gegen, sondern mit unserem Gehirn lernen“.

Gedächtnis – einfach faszinierend

Unser Gedächtnis ist mehr als nur Erinnerungen an vergangene Erlebnisse und gespeichertes Wissen.

Doch oft gibt es Probleme mit der Erinnerung. Warum können wir uns an bestimmte Dinge nicht mehr erinnern, obwohl wir teilweise viele Tage und Stunden unseres Lebens damit verbracht haben (z.B. Namen von ehemaligen Schul- bzw. Arbeitskollegen,…), ja sogar viel Geld investiert haben (z.B. geparktes Auto, wichtige Bankunterlagen,…)? Wie kann das passieren?

Dazu müssen wir das Verarbeitungsprinzip des Gedächtnisses wissen. Wie funktioniert es?

Reize gelangen über unsere Sinnesorgane ins Gehirn. Die großen Informationsmengen werden von den verschiedenen Gedächtnissystemen gefiltert.

Sensorisches Gedächtnis

Über unsere Sinne nehmen wir Informationen auf.

Im sensorischen Gedächtnis werden diese Informationen zwischengespeichert. Es nimmt sehr viel mehr Informationen auf, als das Arbeitsgedächtnis. Diese zerfallen jedoch in wenigen Zehntelsekunden. Z.B.: Die Personen, denen Sie auf der Straße begegnen.

Arbeitsgedächtnis

Mit diesem Gedächtnis speichern, verarbeiten und rufen wir gerade Wahrgenommenes ab.

Die Informationen, die wir über unsere Sinne aufnehmen, halten nur für wenige Sekunden bis Minuten an. Es können auch nur wenige Informationen (4 bis max. 7) gespeichert und abgerufen werden.

Z.B.: Sie stoßen mit einer Person auf dem Gehsteig zusammen. Oder: Merken Sie sich diese Zahl: 23 68 194. Nun warten Sie zwei Minuten und schreiben Sie diese Zahl aus dem Gedächtnis auf. Wahrscheinlich ist dies kein Problem.

Langzeitgedächtnis

Im Langzeitgedächtnis werden die Informationen dauerhaft abgespeichert.

Z.B.: Sie stoßen mit einer Person zusammen, stürzen und brechen sich dabei ein Bein. Dieses Erlebnis wird im Langzeitgedächtnis gespeichert, unterstützt durch die emotionale Beteiligung, durch ständiges Wiederholen der Geschichte, durch oftmalige Beschäftigung mit dem Thema.

Das bedeutet aber nicht, dass diese Informationen nun für immer im Langzeitgedächtnis gespeichert sind. Sie werden aussortiert, wen sie nicht wiederholt werden.

Wie erinnern wir uns?

Können Sie sich noch an die Zahl erinnern, die Sie sich vorher merken sollten? Sollten Sie zu denjenigen gehören, die ein ausgesprochen gutes Zahlengedächtnis besitzen, schaffen Sie es vielleicht noch. Doch die meisten anderen haben die Zahl wahrscheinlich vergessen. Für das Gehirn sind die Informationen zu uninteressant, nicht wichtig genug, um sie zu speichern. Deswegen werden sie aussortiert.

Lerninhalte gelangen nicht in vorgesehene Schubladen. Sie sind in den unterschiedlichsten Arealen gespeichert. Es gibt Zentren für Gerüche, für Zahlen, Wörter, Geschmäcker, …Beim Erinnern setzen die betroffenen Areale die Informationen neu zusammen, sie werden neu interpretiert. So hat also jeder seine eigene Erinnerung. Wissen kann daher nicht 1:1 übertragen werden, da jedes Gehirn seine individuelle Wiedergabe zusammensetzt.

z.B.: Sie erhalten die Information: „ Stellen Sie sich einen Tisch vor!“

Wie sieht Ihr Tisch aus? Ist er aus Glas, aus Holz, aus Metall? Aus welchem Holz ist er gefertigt? Ist er hell oder dunkel, ist er eckig oder rund? Ist er ein Esstisch oder ein Beistelltisch?

Meine Vorstellung vom Begriff „Tisch“ ist wahrscheinlich eine ganz andere als Ihre.

Erinnerungen, die Sie als sehr wichtig interpretieren, die mit Emotionen behaftet sind, werden schneller und besser gespeichert und abgerufen. Emotionen und Lernen gehören eng zusammen!

Lernen – faszinierend einfach

Lernen fällt vielen Lernenden sehr schwer. Meistens ist es so, dass sich die Lernenden selbst im Wege stehen – sich selbst boykottieren. Dadurch bestätigen sie sich, dass Lernen schwierig, anstrengend und überhaupt ganz schrecklich ist. Obwohl sie wissen, dass Lernen auf diese gewohnte Art nicht oder nur selten funktioniert, entscheiden sie sich trotzdem immer wieder für dieselbe erfolglose Lernstrategie.

Warum?

Sie sind den erfolglosen Weg gewöhnt, die Folgen absehbar und kennen keine bzw. nur jene Alternativen, die zwar bei anderen klappen, aber bei ihnen doch nicht.

Dies sind die 7 Todsünden des Lernens

1. Möglichst plan- und ziellos, widerwillig, desinteressiert, gelangweilt den angehäuften Lernberg bearbeiten. Das demotiviert so richtig.

2. Erst dann, wenn der Druck extrem hoch ist, zu lernen beginnen. Die Denkblockade ist vorprogrammiert.

3. Das zu erwerbende Wissen möglichst pausenlos und stur auswendig lernen. So werden viele Informationen während der Prüfung vergessen.

4. Lange und aufwändig Lernunterlagen und Mitschriften – so vorhanden – zusammensuchen. Das kostet Nerven und Zeit.

5. Man ist sich sicher, die Prüfung nicht zu schaffen (oder nur mit viel Glück). Angst und negative Gedanken garantieren den Misserfolg.

6. Prüfungsvorbereitung ist ein Fremdwort.

7. Und zum Schluss: Auf keinen Fall den mühsam erarbeiteten Lernstoff wiederholen!

Erkennen Sie sich in manchen Punkten wieder? Vergessen Sie es!

Durchbrechen Sie den Teufelskreis!

Beenden Sie die alte, erfolglose Strategie!

Starten Sie ab sofort mit einer erfolgreichen!

Zahlreiche Studien bestätigen: Die Basis des erfolgreichen Lernens ist die innere Einstellung. Gut gelernt wird dann, wenn der WILLE, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, vorhanden ist!

Bevor eine neue Strategie versucht wird, ist es also wichtig, vor Lernbeginn zunächst über die eigene Einstellung nachzudenken. Ist der Nutzen geklärt, kann mit dem aktiven Lernen begonnen werden.

Ob das Lernvorhaben zum Erfolg führt, hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Die 7 wichtigsten Erfolgsfaktoren, die wir selbst steuern können und womit wir den Lernprozess optimieren, sind:

1. Interesse wecken, Motivation aufbauen & Lernziele setzen

2. Mit der Zeit umgehen lernen & den Lernstoff planen

3. Konzentration steigern & Lerntechniken anwenden

4. Eigene Mitschriften nützen & Gedächtnistechniken trainieren

5. Sich selbst vertrauen & Stress und Ängste bewältigen

6. Prüfungssituation vorbereiten & optimistisch denken

7. Gehirngerecht wiederholen

Lernen Sie Methoden und Techniken kennen, mit der Sie Ihre persönliche Gedächtnisleistung & Lernkompetenz steigern. Damit Sie in Zukunft gut denken, besser lernen und sich mehr merken können.

Über die Autorin

Gerhild Löchli 0611Gerhild Löchli ist Inhaberin von Brainobic,  ISO-zertifizierte Fachtrainerin, Lektorin der FH-Campus Wien mit dem Schwerpunkt Gedächtnistraining und Lernmanagement.
Sie führt Coachings, Fortbildungen, Vorträge, offene/ firmeninterne Seminare durch und ist Referentin von Fortbildungsveranstaltungen der Pädagogischen Hochschule sowie von Führungskräfteausbildungen.

Weitere Informationen über Gerhild Löchli

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