Smalltalk ist die Basis des Gesprächserfolgs und die wichtigste Nebensache der Welt – Eine Anleitung mit sieben hilfreichen Praxistipps.

Miteinander sprechen hilft: in der Politik, in Unternehmen, in Verbänden. Wer die Karriereleiter erklimmen oder eigene Interessen durchsetzen möchte, muss sich zunächst Gehör verschaffen. Das geschieht zumeist nicht in Sitzungen, Meetings oder Verhandlungen, sondern beginnt schon viel früher – beim sogenannten Smalltalk. Ohne Beziehungsebene kein Erfolg. Deswegen gebe ich in meinem neuem Buch „Kleine Smalltalk 1×1“, das im Januar erscheint, Tipps für gute Gesprächseinstiege und zeige den wahren Wert der beiläufigen Plauderei. Für mich ist Smalltalk die wichtigste Nebensache der Welt.

Wo der Smalltalk vergeht, beginnt meist schon der Konflikt. Wenn es nur um Positionen, Forderungen und Interessen geht und diese im Dialog vorne angestellt werden, ist auf der menschlichen Beziehungsebene meistens schon etwas kaputt. Die für den Erfolg wichtigen Beziehungen entstehen eben auch dadurch, dass nicht immer gleich das vermeintlich Wichtigste zuerst besprochen wird. Wer möchte beim Bewerbungsgespräch oder in der Verkaufspräsentation auf Smalltalk verzichten? Wer es tut, riskiert Stress, eine schnellere Eskalation oder eine Belastung der Gesprächsatmosphäre. Sich wohlfühlen in Dialogen ist ein Wert an sich. Schließlich entscheidet letztlich der Bauch und nicht der Kopf – über die neue Stelle, ein Ja oder Nein zum Kaufangebot oder eine strategische Partnerschaft. Kommunikation ist menschlich, Smalltalk das absolute Basis-Element des Gesprächserfolg. Schließlich ist es zumeist schwerer, ins Gespräch zu kommen, als im Gespräch zu bleiben. Schon deswegen kommt keine Verhandlung, kein Business-Meeting und keine diplomatische Begegnung ohne Smalltalk aus.

Auch wenn vieles zu diesem Thema schon gesagt ist, so darf die Bedeutung des Small-Talk nicht unterschätzt werden. Die gewechselten Worte an sich sind zwar meist belanglos. Aber
für das Klima, die Vertrauensbildung und als Gesprächseinstieg sind sie besonders wertvoll.
Wie etwa auch bei diplomatischen Verhandlungen unter Staatschefs. Niemand kann behaupten, dass die vielen Regierungskonsultationen nicht auch mit weniger Treffen erledigt werden können. Man betreibt den Aufwand aber auch deswegen, weil Demokratie und Frieden, Vertrauen und komplexe Themen nun mal von menschlicher Nähe, einem persönlichen
Umgang und gegenseitigem Verständnis abhängen. Wo die Lust auf Smalltalk vergeht,
beginnt der Konflikt.

Um eine gute Beziehungsebene aufzubauen und erfolgreich in einen Dialog einzusteigen,
gebe ich folgende sieben Praxistipps für den perfekten Small-Talk:

1.  Die innere Einstellung entscheidet:

Menschen treffen und mit ihnen sprechen erfordert auch die Lust, es zu tun. Nur wer motiviert, gut gelaunt und selbstbewusst ist, wird erfolgreich kommunizieren. Die richtige Kleidung und die passende Einstimmung auf den Rahmen gehören dazu.

2. Blickkontakt:

Die Füße gehen nur dorthin, wo die Augen schon waren. Das gilt auch für die eigenen Worte. Ansprechen wird erst durch Anschauen möglich. Blickkontakt also vor dem ersten Wort und während des Gespräches halten.

3. Fragen stellen und zuhören:

Wer fragt, der führt. Diese alte Weisheit gilt noch immer. W-Fragen sorgen dafür, dass das Gespräch nicht ins Stocken kommt. Und nebenbei enthalten die Antworten ganz viele Informationen, die später nützlich sind.

4. Gemeinsamkeiten finden:

Smalltalk dauert in aller Regel circa vier Minuten. In dieser Zeit sollten Gemeinsamkeiten gefunden sein – sonst ist das Gespräch danach zu Ende. Gemeinsame Bekannte, ähnliche Hobbies, gleiche Ausbildungen oder einfach nur der Bezug zum gerade stattfindenden Event oder dem Gastgeber sind willkommene Themen.

5. Nutzen bieten:

Schon beim Smalltalk sollte deutlich werden „Dieser Kontakt ist interessant“. Es gilt also, einen Nutzen anzubieten und sich interessant zu machen. Über sich selbst zu sprechen – in Maßen und wohl dosiert – ist erlaubt.

6. Visitenkarten tauschen:

Smalltalk ist kein Dauerdialog. Ist die Gemeinsamkeit gefunden und die Basis gelegt, sollten Visitenkarten getauscht werden – bewusst und aktiv. An dieser Stelle sollte eine Festlegung erfolgen: Wann, wo und wie findet der nächste Dialog statt?

7. Kontakt halten:

Dran bleiben lautet die Devise. Damit das gelingt, sollte die Visitenkarte sofort mit den gewonnenen Informationen beschriftet werden und / oder ins Adressbuch eingetragen werden. Wer (lose) Kontakte in (langfristige) Beziehungen umwandeln möchte, sollte darüber hinaus ein System etablieren, seine Kontakte gezielt managen.

Über die Autorin:

Magda BleckmannDr. Magda Bleckmann ist promovierte Betriebswirtin, ehemalige Spitzenpolitikerin sowie Expertin für exklusive Karriere-Netzwerke und Kundenbeziehungsmanagement. Mit ihren Vorträgen und Trainings führt sie sie in die Kunst des Netzwerkens ein. Sie ermöglicht es Ihnen, locker mit Menschen ins Gespräch zu kommen, sich überzeugend zu präsentieren, und steigert damit Ihren Umsatz und Erfolg.

Weitere Informationen über Dr. Magda Bleckmann

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