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Forschungsrat, Ludwig Boltzmann Gesellschaft und winnovation präsentierten Studie „Create your UNIverse“

Wenn es um die Zukunft der Hochschulen geht, steht häufig der Faktor „Geld“ im Mittelpunkt. Doch welche Erwartungshaltungen und Wünsche haben eigentlich die Studierenden an die Hochschulen der Zukunft? In welcher Form sollen Universitäten und Fachhochschulen ihre Angebote gestalten, um den Studierenden die bestmögliche (Aus-)Bildung zu geben, insbesondere angesichts der Chancen der Digitalisierung? Damit beschäftigte sich erstmals die Studie create your UNIverse, initiiert vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung in Zusammenarbeit mit der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und durchgeführt von winnovation, einem Beratungsunternehmen im Bereich Open Innovation.

Die Studie verfolgte zwei Ziele:


  • Erstens sollte durch die Befragung der Studierenden als zentrale NutzerInnen des tertiären Bildungssektors deren spezifische Sicht direkt ermittelt werden, um diese in Form von Schlussfolgerungen  verstärkt in die hochschulpolitische Debatte einbringen zu können.

  • Zweitens wurde erstmals die Open Innovation-Methode des Crowdsourcing im Umfeld von Social Media – anstatt wie sonst üblich über Web-Portale – angewandt, um  damit auf direktem Weg studentische Communities zu erreichen.

Mit diesem innovativen Ansatz der Studie konnten über 100.000 Studierende angesprochen werden, die sich in mehr als 2.000 schriftlichen Beiträgen beteiligten. Mit der Einbindung von Social Media als neuer methodischer Ansatz konnte eines der erfolgreichsten Crowdsourcings in Österreich laciert werden, so Dr. Gertraud Leimüller, Geschäftsführerin des Open Innovation Forschungs- und Beratungsunternehmens winnovation.

Dabei zeigte sich, dass die Studierenden hohe Ansprüche an die Weiterentwicklung der Hochschullehre im Zuge der zunehmenden Digitalisierung, aber auch hinsichtlich ihrer persönlichen Weiterbildung und der Vorbereitung auf das Berufsleben haben. „Die Erwartungen der Studierenden an die Hochschulen der Zukunft sind“, so Dr. Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies Austria und Mitglied im Rat für Forschung und Technologieentwicklung, „angesichts der Veränderungen der Digitalisierung sehr nachvollziehbar. Beispielsweise ein ‚gesundes‘ Verschmelzen von realem und virtuellem Lernen an einem physischen Campus, mit stärkerer Nutzung digitaler Medien für breitflächige Lehrveranstaltungen und personalisierten Formaten zum Lernen in Kleingruppen.“

Die zentralen Erwartungen der Studierenden:


  • Hochschulen als Orte der Verschmelzung von realem und virtuellem Lernen: Mit  zunehmender Bedeutung der Digitalisierung möchten die Studierenden ein Zusammenspiel von  physischem Hochschul-Campus  mit stärker individualisierten  Lehrangebot, und erwarten dabei künftig auch mehr Fokus auf soziales Lernen durch intensiveren Austausch zwischen Peers und Lehrenden.

  • Hochschulen als Unterstützer bei persönlicher Orientierung und Entwicklung: Studierende sind sich der Bedeutung sog. Soft Skills bewusst und wünschen sich deshalb bei ihrer persönlichen Entwicklung Unterstützung von Seiten der Hochschulen, um sich in der Folge sinnvoll in die Gesellschaft einbringen zu können.

  • Hochschulen als Lernorte für Kooperation und Problemlösung: Studierende wünschen sich Hochschulen, welche ausreichend Raum für die gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen auf Basis von Kreativität und Innovationen geben.

Aus diesen Erwartungshaltungen der Studierenden ergeben sich laut Studie fünf Handlungsempfehlungen für die künftige Gestaltung der Hochschulen:


  1. Nutzung des Potentials der Digitalisierung für die strategische Ausrichtung der Hochschulen,

  2. Weiterentwicklung der Rolle der Lehrenden an Hochschulen vom reinen Wissensvermittler zum Lerncoach und Mentor,

  3. Aufbau von Strukturen an Hochschulen, die Lifelong Learning und Vernetzung unterstützen,

  4. Errichtung offener Experimentierräume in der Lehre für den Austausch zwischen den Peers untereinander sowie zwischen Peers und Lehrenden, und

  5. Ausbau und Weiterentwicklung nationaler und internationaler Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen.


„Viele der großen Forschungsfragen unserer Zeit erfordern einen interdisziplinären Ansatz, dass macht es ja so spannend und herausfordernd zugleich. Eine Reihe von Hochschulen hat sich darauf bereits eingestellt. Die Digitalisierung bietet so unglaublich viele Möglichkeiten, in Forschung und Lehre viel substanzieller individualisiert und global vernetzt arbeiten zu können. Das Feedback der Studierenden zeigt den Handlungsbedarf sehr berechtigt auf. Hier haben die Hochschulen hinsichtlich Individualisierung und intelligenter Vernetzung regional, national und international sehr viel Potenzial zur Weiterentwicklung“ fasst Herlitschka die Ergebnisse zusammen.

„In unserem ersten Crowdsourcing Projekt zur Ermittlung neuer und relevanter Forschungsfragen haben wir viel Erfahrung mit dieser Open Innovation Methode sammeln können. Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat die Open Innovation in Science Initiative der Ludwig Boltzmann Gesellschaft von Anfang an begrüßt und mitgetragen. Bei Create your UNIverse konnten wir unsere Erfahrungen einbringen und gleichzeitig auch wieder Neues lernen, nämlich wie man Social Media Kanäle für Crowdsourcings einsetzen kann“, so Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

Quelle: APA Ots

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